Eine Geschichte, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet
Ansprache der Botschafterin Dr. Ana Polak Petrič | Autor Regina Sablotny
Anlässlich des Jubiläums der Thielallee 22 hat die Botschaft der Republik Slowenien in Berlin auf Initiative von Botschafterin Dr. Ana Polak Petrič und mit Unterstützung des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten der Republik Slowenien eine besondere Broschüre über die Residenz herausgegeben. Sie widmet sich ihrer Architektur, ihrer vielschichtigen Geschichte sowie ihrer Rolle im Rahmen der diplomatischen Aktivitäten der Republik Slowenien. Die Broschüre ist ein wichtiges Dokument, das Vergangenheit und Gegenwart dieses für Slowenien bedeutenden diplomatischen Gebäudes beleuchtet.
Das Haus in der Thielallee 22 wurde von den Architekten Erich Rosenwald und Richard Hübner entworfen und vor rund 100 Jahren erbaut. Mit seinen expressionistischen Architekturelementen ist es ein charakteristisches Beispiel für die Berliner Einfamilienhausarchitektur der späten 1920er-Jahre. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Zugleich spiegelt seine wechselvolle Geschichte die bewegte Geschichte des 20. Jahrhunderts wider: von der tragischen Geschichte des jüdischen Eigentümers Max Levy über die Zeit der amerikanischen Militärverwaltung und die Nutzung durch US-Soldaten während des Kalten Krieges bis hin zu seiner heutigen Funktion als slowenische Residenz. Seit 1999 dient die Villa den slowenischen Botschafterinnen und Botschaftern in Deutschland als Residenz. Vor einigen Jahren wurde das denkmalgeschützte Gebäude umfassend saniert und behutsam an die heutigen Anforderungen angepasst. Ein besonderer Dank gilt der Slowenin Marjanca Gruhl, deren Engagement eine wichtige Rolle beim Erwerb der Villa durch die Republik Slowenien spielte.
Die Veranstaltung stand zugleich im Zeichen des Jahres des slowenischen Avantgarde-Dichters Srečko Kosovel, das in diesem Jahr in Slowenien begangen wird. Der in Berlin lebende slowenische Schauspieler Martin Marion schuf mit einer Performance und einer Rezitation von Kosovels Gedichten einen besonderen künstlerischen Moment und erinnerte uns daran, welche Kraft und Aktualität seine visionäre Poesie bis heute besitzt. Das Rezital und der anschließende Empfang wurden musikalisch von dem in Berlin lebenden slowenischen Künstler Gal begleitet.
Mit uns feierten zahlreiche Partner, Diplomaten, Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Kunst sowie Freunde Sloweniens. Begrüßt wurden die Gäste von Botschafterin Dr. Ana Polak Petrič und der Leiterin von SKICA Berlin, Saša Šavel Burkart.
SKICA Berlin schafft seit zehn Jahren Räume, Projekte und Veranstaltungen zur Förderung der slowenischen Kultur und Kunst in Deutschland – Orte der Begegnung und Vernetzung sowie Raum für neue Ideen und Kooperationen. Ein Großteil des Programms entsteht gemeinsam und im Dialog mit deutschen Institutionen sowie lokalen Partnern aus Deutschland und Slowenien.