Zum Inhalt springen
GOV.SI

Eröffnung der Ausstellung „Nach dem Impressionismus: slowenische modernistische Malerei und Dachau“

In der Gemäldegalerie Dachau werden erstmals in Deutschland herausragende Werke des slowenischen Impressionismus, Realismus und der Moderne präsentiert.

Die Ausstellung „Nach dem Impressionismus: Slowenische modernistische Malerei und Dachau“, die bis zum 12. April 2026 zu sehen ist, hat eine herausragende Bedeutung, da sie die historischen Verbindungen zwischen slowenischen und deutschen Künstlerinnen und Künstlern sichtbar macht, die mit München, der Landschaft entlang der Amper, der Darstellung des Dachauer Mooses sowie mit der einst bedeutenden Künstlerkolonie in Dachau verbunden waren, die um die Wende zum 20. Jahrhundert wirkte.

Mehr als vierzig herausragende Leihgaben aus der Nationalgalerie Sloweniens und weiteren Sammlungen zeichnen die Entwicklung vom Realismus des späten 19. Jahrhunderts bis zur Moderne nach und zeigen zugleich, wie stark slowenische Künstlerinnen und Künstler Teil der gesamteuropäischen Kunstbewegung waren.

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt der Galerien und Museen Dachau und der Nationalgalerie Sloweniens in Zusammenarbeit mit dem Slowenischen Kulturzentrum Berlin – SKICA Berlin, das die Initiative für das Projekt ergriffen hat. Die feierliche Eröffnung wurde zudem unterstützt von der Botschaft der Republik Slowenien in Berlin, dem Generalkonsulat der Republik Slowenien in München, der Vertretung der Slowenischen Tourismusorganisation (STO) in München sowie der Stadt Dachau.

An der feierlichen Eröffnung, bei der das Ensemble Dissonance auftrat und an der rund 100 geladene Gäste teilnahmen, sprachen als Ehrengäste Dr. Aleš Musar, der Ehemann der Präsidentin der Republik Slowenien, sowie die Botschafterin Dr. Ana Polak Petrič. Weitere Grußworte hielten Barbara Koželj-Podlogar, Direktorin der Direktion für Kreativität im Ministerium für Kultur, der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath (CSU), der Bezirkstagspräsident von Oberbayern und Vorsitzende des Verbands der Dachauer Galerien und Museen Thomas Schwarzenberger. Dr. Barbara Jaki, Direktorin der Nationalgalerie Sloweniens, sowie die Direktorin der Gemäldegalerie Dachau und Kuratorin der Ausstellung, Laura Cohen, stellten dem Publikum das kuratorische Konzept vor. Anwesend waren unter anderem auch die Generalkonsulin der Republik Slowenien in München, Maša Šiftar, die Leiterin von SKICA Berlin, Saša Šavel Burkart, sowie die Leiterin der Vertretung der Slowenischen Tourismusorganisation (STO) in München, Rebeka Kumer Bizjak.

In drei Kapiteln entfaltet die Ausstellung anschaulich die Geschichte einer fruchtbaren, gegenseitigen Inspiration – vom Realismus Anton Ažbes und Ivana Kobilcas über die lichtdurchfluteten Landschaften der slowenischen Impressionisten Rihard Jakopič, Matija Jama, Ivan Grohar und Matej Sternen bis hin zu den eindringlichen Werken Zoran Mušičs, die von den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts geprägt sind. Erstmals wird deutlich aufgezeigt, wie eng der slowenische Impressionismus mit der Dachauer Künstlerkolonie verbunden war. Zahlreiche slowenische Künstlerinnen und Künstler studierten in München, malten im Dachauer Moos und standen in engem Austausch mit den Mitgliedern der dortigen Künstlerkolonie.

Anton Ažbe, eine Schlüsselfigur der slowenischen Moderne und unter anderem Lehrer von Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky, gründete 1891 in München eine private Malschule, die zu einem Treffpunkt junger Talente aus Slowenien, ganz Europa und darüber hinaus wurde. Inspiriert vom Freilichtmalen, wie es von der Dachauer Künstlerkolonie gepflegt wurde, suchten slowenische Malerinnen und Maler im Zusammenspiel von Licht, Atmosphäre und Farbe nach einer neuen künstlerischen Sprache. Die Einflüsse Dachaus prägten den Stil der slowenischen Moderne entscheidend und etablierten Dachau – neben München – als bedeutendes künstlerisches Zentrum.

Dr. Laura Cohen, Leiterin der Gemäldegalerie Dachau und Kuratorin der Ausstellung, beschreibt dieses Verhältnis als ein herausragendes Beispiel des europäischen Kunstaustauschs um 1900, da slowenische Künstlerinnen und Künstler nach München kamen, um zu lernen, und in Dachau einen Ort fanden, an dem sich Naturbeobachtung und künstlerische Freiheit vereinten.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem Werk von Zoran Mušič, der im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war. Seine späteren Arbeiten spiegeln die existenziellen Erfahrungen dieser Zeit wider und schlagen eine Brücke zwischen Impressionismus, Expressionismus und Erinnerungskultur.

Die Ausstellung ist in mehrfacher Hinsicht wegweisend: Sie trägt dazu bei, in Deutschland bislang „vergessene“ slowenische Künstlerinnen und Künstler sichtbar zu machen, und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Schließung von Lücken in der Darstellung stilistischer und persönlicher Verflechtungen slowenischer Kunst im internationalen Kontext. Zugleich eröffnet sie Dachau, das häufig mit der dunklen Seite der Geschichte assoziiert wird, eine kosmopolitische Perspektive auf sein kulturelles Erbe.

Text: Saša Šavel Burkart, Leiterin von SKICA Berlin